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20132013Klarinettentage 2013

Mit dem dritten Mal zur Tradition geworden:

3.-6. Januar 2013 – Klarinetten-Tage im Schloss Unteröwisheim

 

Bereits zum dritten fanden im Schloss Unteröwisheim die von Markus Lindler und Bettina Beigelbeck initiierten Klarinetten-Tage statt. Von Donnerstag bis Sonntag lang nutzten Anfänger und Fortgeschrittene die ständige Anwesenheit von Lehrern und Gleichgesinnten zur Fortbildung und zum lebendigen Austausch untereinander. Am Ende waren sich alle einig: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg!

 

Das gibt es im Alltag von Freizeitmusikern selten: Mehr als drei Tage lang dreht sich alles ums Instrument! In Unteröwisheim war für fünfzehn klarinettenbegeisterte Teilnehmer genau das der Fall. Gemeinsam musizieren, Einzelunterricht, konzentrierte Proben – und selbst in der Freizeit standen Fachgespräche rund ums Instrument im Vordergrund.

Diejenigen, die zum ersten Mal an der Tagung teilnahmen, staunten anfangs über die Schönheit des Veranstaltungsorts nicht weit von Bruchsal entfernt: Das Schloss Unteröwisheim liegt auf einem der sanften Hügel, die den Kraichgau ausmachen. Und der CVJM, der dieses Tagungshaus unterhält, tut alles dafür, dass sich in diesem altehrwürdigen Gebäude mit Gewölbekeller jeder rundum wohlfühlt.

Nach Anreise, Zimmerverteilung und Bettenmachen nahmen die beiden Lehrer am Donnerstagnachmittag die Teilnehmer in jenem Keller in Empfang. Nach einer kurzen Begrüßung stand „Body-Percussion“ auf dem Programm, was die ganze Gruppe gleich in den richtigen Rhythmus für die kommenden Tage brachte. Vor dem Abendessen gab es dann noch eine originelle Vorstellungsrunde: In Zweiergruppen lernten sich die Teilnehmer kennen – und stellten sich gegenseitig vor.

Nach dem Essen näherten sich die Teilnehmer dem an, was sie allesamt verbinden sollte: Das große Ensemble unter der Leitung von Markus Lindler wurde ins Leben gerufen. Dafür wurden die Musiker mit viel Geduld und Geschick nach Kenntnisstand und Neigungen so eingeteilt, dass das für Sonntag avisierte halbwegs öffentliche Konzert so gut wie möglich angegangen werden konnte. Die Noten waren vorab verteilt worden, etwas Vorbereitung war also gegeben. Die meisten Teilnehmer waren ziemlich überrascht, wie gut das unter kompetenter Leitung schon beim ersten Versuch klappte. Und schließlich gab es auch noch ein Filmprogramm: Gezeigt wurde Billy Elliot, ein Film, in dem es um Musik geht, um Tanzen – und um Träume.

 

Der Samstag begann gleich nach dem Frühstück mit Einzelunterricht bei Markus Lindler und Bettina Beigelbeck, wobei niemand bei seinem üblichen Lehrer unterrichtet wurde. Das hatte den gewünschten Effekt, denn auch wenn alle Schüler auf ihre Lehrer schwören – eine andere Sichtweise bringt neue Aspekte ins eigene Spiel. Und während die einen Schüler mit Lehrer oder Lehrerin arbeiteten, versammelten sich die anderen zu Proben: Ein „Fauré-Quartett“, ein „Farkas-Quartett“, ein Trio und ein „Trio zu viert“. So wurden gemeinsam Programme erarbeitet, wobei Spaß und Austausch untereinander nie zu kurz kamen.

Unterbrochen wurden Unterricht und Proben lediglich vom Mittagessen – und von einer gemeinsamen Feldenkrais-Übung mit Adina Scheyhing. Dabei ging es darum, bei kleinen, einfachen Bewegungen Gewohnheiten im Denken und Fühlen wahrzunehmen. Gerade bei Musikern schult die Feldenkrais-Methode die bewusste Wahrnehmung von Strukturen und Klängen, erleichtert das Umsetzen musikalischer Inhalte und vermeidet beim Spielen einseitige Belastungen. So werden Verspannungen gelöst und Anstrengungen reduziert – bei dem vollen Programm an diesem Wochenende eine sinnvolle Aktion!

Vor dem Abendessen probten die verschiedenen Kammermusik-Ensembles nochmals, diesmal unter Anleitung der Lehrer, die immer wieder Hilfestellungen gaben. Und nach dem Abendessen kam es zu einem hörenswerten Konzert: Markus Lindler, Bettina Beigelbeck und die extra zu diesem Anlass angereiste Ute Münch von den Stuttgarter Philharmonikern begeisterten als Trio das handverlesene Publikum.

 

Am Samstag wurde direkt nach dem Frühstück das Ensemble aus allen Teilnehmern weiter entwickelt – mit beachtlichem Erfolg. Anschließend wurde wieder eine Feldenkrais-Übung eingelegt, bevor es vor allem für die weniger geübten Schüler zu einem besonderen Erlebnis kam: Alle Teilnehmer konnten sich mit virtuoser Klavierbegleitung beweisen. Dazu kam eigens Masayo Tanaka-Skoczowski nach Unteröwisheim, die als Korrepetitorin über viel Erfahrung verfügt. Einige Teilnehmer hörten den Vorführungen zu, andere nutzten ihre Pausen zu weiteren Probemöglichkeiten.

Am Nachmittag schließlich wurden auch technische Fragen des Klarinettenspiels erörtert. Dabei ging es um Blätter und Mundstücke. Und danach wurde weiter musiziert. Nach dem Abendessen kam es zu Konzerten: Die Teilnehmer spielten einzeln mit Masayo Tanaka-Skoczowski – außer den Jugendlichen, die als Duo bei „Jugend musiziert“ antreten. Hier war der jeweilige Duo-Partner zur Klavierbegleitung angereist.

 

Am Sonntagvormittag probten zuerst die einzelnen Ensembles für ihren Auftritt um 14 Uhr, später noch einmal die ganze Gruppe. So langsam stieg die Spannung, Nervosität machte sich breit, denn zur Aufführung wurde Publikum erwartet. Das bestand schließlich hauptsächlich aus Freunden und Verwandten der einzelnen Teilnehmer – was die Aufregung bei einigen Aktiven aber kaum minderte. Zuerst zeigten die einzelnen kleinen Dreier- und Vierer-Ensembles, was sie sich im Laufe des Wochenendes erarbeitet hatten, bevor am Ende der große Auftritt des Gesamt-Ensembles stattfand. Alle Teilnehmer gaben unter hoher Konzentration ihr Bestes. Und natürlich gab es viel Applaus.

Nach dem Abschlusskonzert fanden die dritten Klarinettentage in Unteröwisheim ihr Ende. Beim Abschied war den meisten der Teilnehmer deutlich anzumerken: Sie können es kaum abwarten, bis im nächsten Winter wieder Klarinettentage in Unteröwisheim stattfinden. Denn das Erlebnis, vier Tage mit Instrument, Gleichgesinnten und allzeit gut gelaunten, unterstützenden Lehrern zu verbringen, das war deutlich zu sehen, würde noch lange nachwirken – und die Leidenschaft fürs Instrument entsprechend verstärken.

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